Für die Schafe wird das Gras knapp

2000 Berufsschäfer gibt es noch in Deutschland - sie haben immer weniger Weideflächen

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Kathleen Schneider ist Schäfermeisterin im Harz. Und sie muss fast täglich erleben, wie sehr der gesellschaftliche Respekt gegenüber ihrer wichtigen landschaftspflegerischen Arbeit schwindet.

In den letzten Wochen kam Kathleen Schneider kaum zum Schlafen. Ein Glück, dass sie gleich neben dem Stall in einem ebenso urigen wie urgemütlich eingerichteten Wohnwagen lebt. So war sie schnell zur Stelle, wenn ihre gut 200 Schafe lammten und es mal ein Problem dabei gab.

Schon gut ein Vierteljahrhundert ist Kathleen Schneider »mit dem Stall verheiratet«, wie sie es nicht ganz im Ernst nennt. Sie geht halt ihrem Traumberuf nach, wollte nie wirklich etwas anderes machen, als mit den genügsamen Wollträgern zu arbeiten. Und diese Genügsamkeit färbte wohl auch auf sie ab. Denn all ihre Ersparnisse gingen dabei drauf, als sie vor gut sieben Jahren im Ost-Harz ihre heutige Herde samt Stall und hundert Hektar Pachtweidefläche übernahm. Vorher lebte und arbeitete die Schäfermeisterin in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Wo sich aber, so erzählt sie, »angesichts der zahlungskräftigeren Konkurrenz durch Biogas & Co. irgendwann d...


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