Nazi-Rock’n’Roll dröhnt durchs deutsche Land

Im ersten Halbjahr 2016 wurde nur eine rechtsextremistische Musikveranstaltung verboten

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Musik als Freizeitangebot - das Mittel wirkt als Einstiegsdroge bei der Rekrutierung rechtsextremer Überzeugungstäter.

»Bis Trommelfelle platzen und Nasen bluten...«, grölt das »Tätervolk« in Mikros. Die Band, die auch als »Die Söhne Potsdams« firmieren, geben auf ihrer jüngsten CD kund: »Wir sind bereit, uns endlich zu erheben. Das ist unsere Zeit ...« Das was »Tätervolk« und Dutzende andere Nazi-Bands da beschreiben, sollte man nicht als Aufbruch in eine neue Musikrichtung missverstehen.

Hildburghausen am 7. Mai 2016. Unmittelbar vor dem Tag der Befreiung vom Faschismus versammelten sich rund 3500 »Musikfreunde« in der Stadt. Sie waren aus ganz Deutschland sowie aus Tschechien, Polen, Österreich und Frankreich angereist. Ursprünglich hatte die Polizei mit rund 1500 Teilnehmern - wie im vergangenen Jahr - gerechnet. Die Ordnungsmacht war nur mit 350 Beamten im Einsatz und registrierte daher sehr vorsichtig nur 45 Rechtsverstöße. Darunter 14 gegen das Versammlungsgesetz und 17 wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole. In zwei Fällen gab es Wider...


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