Der Pegel der Angst steigt

Staatstheater Cottbus: Mario Holetzeck inszeniert Shakespeares »Hamlet«

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Was des Hamlets war, ist des Hamlets heut›. Lüge, Intrige und Mord gestern, desgleichen jetzt. Vor über 400 Jahren, als Shakespeares Stück in die Welt kam, schien ein Stück des Erdballs aus den Fugen. Allein, die Risse klafften über die Jahrhunderte ins Uferlose. Die sich kreuzenden Punkte und Linien zwischen den Zeiten geben die Richtung vor, »Hamlet - Prinz von Dänemark« auf die Bühne zu stellen. Wie das gelingen kann, hat nun Regisseur Mario Holetzeck - sein »Lear« und »Woyzeck« in Cottbus sind unvergessen - und seiner hoch inspirierten Truppe großartig vorgemacht. So scharfsinnig ist diese Inszenierung wie überschäumend im Gebrauch der theatralen Mittel. Komödiantische Elemente sind eingebaut. Ihre Tonfälle holt sie aus elisabethanischer Vergangenheit und neoliberaler Gegenwart. Schwarz schaut diese »Hamlet«-Bühne in die Zukunft. Wie anders sonst bei diesem Stoff. Der Schluss zeigt ein blutiges Abendmahlbild. Leichen am Boden und a...


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