Norwegische Ethik

Martin Leidenfrost über Hedgefonds und soziales Unternehmertum, die wie Hand und Handschuh zusammenpassen

  • Martin Leidenfrost
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nach Norwegen flog ich, um eine Ahnung davon zu bekommen, wohin sich der ethische Kompass der westlichen Zivilisation dreht. Zusammen mit Schweden spielt Norwegen nämlich die Rolle einer moralischen Weltregierung. Auch wenn sie nur ein Dreiviertelpromille der Weltbevölkerung ausmachen, sind es ausschließlich Norweger, die den Friedensnobelpreisträger bestimmen. Die Milliarden des norwegischen »EEA Fonds« ernähren in Osteuropa Zehntausende Kirchenrestauratoren, Roma-Projektbetreiber und LGBTI-Aktivisten. Und dann ist da dieser historisch einmalige Haufen Geld, angespart aus den Einnahmen von Öl und Gas. Mit einem Volumen von derzeit etwa 750 Milliarden Euro ist Norwegens staatlicher Ölfonds der größte Investor der Welt. Der Fonds regiert weltweit in 9000 Unternehmen hinein. Er wird von einem eigenen Ethikrat kontrolliert. Der Vorsitzende dieses Ethikrates sagte mir ein Interview zu.

Ich musste an einem Ausläufer des Oslofjords durc...


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