Die Welt ist aus den Fugen

Die Feuilleton-EM-Kolumne

  • Von Felix Bartels
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Das furchtbarste, was sich über den WM-Sieg 2014 sagen lässt, ist, dass er verdient war. Seitdem ist die Welt aus den Fugen, und es wird schwer, die eingeübte Abneigung gegen diese Elf durchzuhalten.

Fußball ist, wenn 22 Menschen gegen einen Ball treten und Holland gewinnt. Wenn Holland nicht gewinnt, war es kein Fußball. Folglich. Und in der Tat ist diese EM so attraktiv wie ein Losentscheid. Dass sie so wenig rührt, liegt aber nicht bloß am Fehlen Oranjes, das einmal mehr in voller Schönheit an hauseigenen Rhythmusstörungen gescheitert ist. Am neuen Modus etwa, der das Teilnehmerfeld aufbläht und die Auslesefunktion der Vorrunde abschwächt, was die kleinen und destruktiv spielenden Mannschaften bevorteilt. Die bisherigen Spiele waren denn auch danach.

Und dann wäre noch das deutsche Elend, das gemeinerweise gar nicht mehr so elend ist. Es gab eine Zeit, da war alles in der Ordnung. Mein frühstes Fußballerlebnis ist der 8. Juli 1990. Matthäus hatte neues Schuhwerk und tat uns den Gefallen, wenigstens nicht auch noch das Siegtor zu schießen. Ich wusste damals nicht, dass es einen Fußball gibt, den man mit Spannung verfolgt, de...


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