Neonazis marschierten ungehindert durch Merseburg

Dem rechtsradikalen »Kollektiv Mitteldeutschland« stellte sich kaum jemand entgegen - am lokalen Bündnis gegen Rechts wird Kritik laut

  • Von Max Zeising, Merseburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In den vergangenen Jahren störten Gegendemonstranten in Merseburg stets erfolgreich dortige Neonazidemos. Am vergangenen Wochenende gelang das nicht.

Um kurz nach 13 Uhr brach die Wut aus einem Antifaschisten heraus. »Die Rechten laufen einfach an uns vorbei und wir können nichts machen«, jammerte der Mann, der an einer Kundgebung der Linksjugend teilnahm, in seinen Telefonhörer - und sprach damit Bände. Nur etwa ein gutes Dutzend Demonstranten hatten sich mit ihm hinter dem Merseburger Hauptbahnhof eingefunden, um einen Aufmarsch von ungefähr 100 Neonazis zu stören. Was hätten sie da schon machen können? Eine Blockade errichten? Unmöglich. Es war aus antifaschistischer Sicht wenig zufriedenstellend, was sich da am Sonnabend in der Hochschulstadt im Süden von Sachsen-Anhalt ereignete. Zwar waren neben der Kundgebung der Linksjugend noch diverse andere Demonstrationen wie eine Fahrraddemo der Hochschule, eine Musikkundgebung und eine Redebühne am Hauptbahnhof angemeldet. Allerdings war der Zuspruch jeweils sehr überschaubar - insgesamt waren nicht mehr als 100 Demonstranten in der St...


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