Kritischer Journalismus nicht erwünscht

Journalist beim »Südkurier« wird offenbar wegen Kritik am Oberbürgermeister zu Schreibtischdienst verdonnert

  • Von Holger Reile, Konstanz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Michael Lünstroth kritisierte die Konstanzer Verwaltungsoberen scharf. Sein Arbeitgeber fürchtete wohl um Geschäfte mit der Stadt und erteilte Schreibverbot.

Nach rund neun Jahren ist Michael Lünstroths Zeit als Redakteur beim »Südkurier« wohl endgültig abgelaufen. Er bekam eine Abmahnung und darf nur noch Schreibtischdienst verrichten. Unwahrscheinlich, dass sich daran noch etwas ändert. Es sieht ganz so aus, als unterwerfe sich sein Arbeitgeber wirtschaftlichen Interessen und sei bereit, dafür einen verdienten Mitarbeiter über die Klinge springen zu lassen. Damit setzen die Verantwortlichen beim »Südkurier« fahrlässig ihre journalistische Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Ein Vorgang, der weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgt. Zum Verhängnis wurde Lünstroth wohl seine Berichterstattung über die bevorstehende Schließung des Scala-Kinos und seine Kritik an der zunehmenden Verramschung der Konstanzer Innenstadt. Mehrfach hatte der Redakteur über Wochen hinweg die Verwaltungsoberen der Untätigkeit und kulturpolitischen Ignoranz bezichtigt. Seiner Meinung nach hätte sich vor allem CDU...


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