Mal in Luthers Socken schlüpfen

Zum Reformationsjubiläum blüht der Handel mit Peinlichkeiten - vor allem in Wittenberg

  • Von Thomas Schöne, Wittenberg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach dem Willen Luthers sollte »dem Volk aufs Maul«geschaut werden. Ob er deshalb die Souvenirflut zum 500. Jahrestag des Reformationsbeginns gut geheißen hätte? Ein Bericht aus Sachsen-Anhalt.

Luthersocken, Ausstechformen für Lutherplätzchen oder Luther als Quietscheentchen für die Badewanne: Das 500. Reformationsjubiläum wird 2017 mit zahlreichen Veranstaltungen in Deutschland gefeiert. Auch viele Firmen nutzen das Ereignis, das Geschäft mit Souvenirs unter dem Namen Luther floriert. Die Tourist-Information in Wittenberg etwa hat 350 verschiedene Artikel im Angebot - in der Stadt soll Reformator Martin Luther (1483-1546) der Überlieferung nach 1517 seine Thesen gegen den Ablasshandel an der Tür der Schlosskirche angeschlagen haben.

»Wir leben nun mal im Kapitalismus«, sagt der Präsident der Deutschen Lutherweg-Gesellschaft in Wittenberg, Ekkehard Steinhäuser. »Ich bewundere Kreativität. Aber ich gebe zu, dass die Fantasie manchmal merkwürdige Blüten treibt.« So gibt es Luthertomaten, Lutherbrot, Lutherbier, Luther-Shirts, Lutherschnäpse, Schneekugeln mit Luther, Münzen, Filme, Puzzles, Bücher und Kugelschreiber. Eine Gesamts...


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