Antritt zum Austritt

Erste Rede der neuen britischen Premierministerin handelt nicht vom Brexit, sondern von Ungerechtigkeit

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Ausgerechnet Boris Johnson, das Gesicht der Brexit-Kampagne, wird neuer britischer Außenminister. Das ruft Unverständnis hervor.

Diese erste Rede als Premierministerin hätte man von Theresa May so nicht erwartet. Nicht von der schwächelnden Wirtschaft, nicht vom Brexit spricht sie. Stattdessen brandmarkt sie die »brennende Ungerechtigkeit« in der britischen Gesellschaft, lenkt den Blick auf die Armen, »die im Durchschnitt neun Jahre früher sterben als andere«, spricht von Schwarzen und Frauen, die noch immer benachteiligt werden. »Die radikalste Rede eines Tory-Premiers« seit Jahrzehnten, schreibt die Zeitung »The Guardian«.

Freilich bleibt May die Ankündigung konkreter Schritte zur Bekämpfung dieser Übel schuldig. Tatsächlich ist sie sofort mit einem ganzen Bündel an drängenden Problemen konfrontiert.

Mit ihren ersten Personalentscheidungen ist die neue britische Premierministerin May international schon einmal auf Irritationen und teils harsche Kritik gestoßen. Fü...


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