Viermal haben sie versucht, uns abzuschieben

Gezim Abdullahu aus Kosovo

Ich komme aus Përlepnica in Ostkosovo. Seit 1999 ist mein Leben die Hölle. Ich wurde zum Krieg eingezogen. Im Krieg wurden in meinem Dorf 123 Häuser niedergebrannt, auch meines. Vor dem Krieg lebten mehrere Tausend Roma in der Gegend, heute sind es vielleicht noch Hundert.

Im Jahr 2000 bin ich nach Mazedonien gegangen, ein Jahr später nach Serbien. 2002 wurde dort meine Tochter geboren. 2004 dachte ich, die Lage im Kosovo hätte sich beruhigt, also ging ich mit meiner Frau und meiner Tochter zurück. Das war ein schrecklicher Irrtum. Meine Frau und ich wurden von Albanern angegriffen und geschlagen. Meine Frau war schwanger, sie hat das Baby verloren. Seitdem kann sie keine Kinder mehr bekommen.

Wir sind wieder zurück nach Serbien geflohen. Aber weil ich aus dem Kosovo komme und Muslim bin, haben die Behörden mich zum Albaner erklärt. Damit hatte ich in Serbien keine Staatsbürgerrechte. Trotz aller Widrigkeit...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.