Der Feuerwehr gehen die Leute aus

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 2 Min.
Der anhaltende Verlust an aktivem Personal geht zu Lasten der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Sie beklagt zudem die EU-Regelungswut sowie fehlende öffentliche Anerkennung.

Brandenburgs Feuerwehr trocknet personell aus. Seit 2010 hat sich die Zahl der Aktiven von rund 45 000 auf 39 300 verringert, sagte der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Werner-Siegwart Schippel bei einem parlamentarischen Abend im Landtag.

»Die Prognosen gehen von einem Verlust von weiteren rund 5000 Kameraden aus«, fügte Schippel hinzu. Zwar gelinge es, im Jahr etwa 2000 Kinder und Jugendliche für die Jugendfeuerwehren zu begeistern, doch wechseln von zehn Angehörigen der Jugendfeuerwehren im Durchschnitt nur drei in die regulären Wehren der Erwachsenen. Hier sei auch im Vergleich mit anderen Bundesländern noch aufzuholen.

Mit Blick auf die jüngste Dienstwagendebatte stellte er klar, dass Feuerwehreinsatzfahr᠆zeuge für die öffentliche Verwaltung keine herkömmlichen Dienst᠆wagen seien, denn im Erstfall müssten sie sofort verfügbar sein.

Schippel kritisierte die »EU-Regelungswut«, die verschärfte Anforderungen an den Führerschein stelle, unabhängig von der Personenzahl, die sein Inhaber transportieren müsse. Das mache es der Feuerwehr zusätzlich schwer, bedeute mehr Aufwand und Kosten.

Auf immer weniger Wehren warte eine anhaltend hohe Zahl von rund 7000 »Brandereignissen« pro Jahr sowie eine Vielzahl weiterer Einsatzgründe.

Schippel verwies auf das Beispiel Polens, wo jedes Jahr mit dem Sankt-Florians-Tag der Ehrentag der Feuerwehr begangen werde. Eine angemessene Ehrung wäre es ja vielleicht auch, wenn hierzulande der Sportler des Jahres einmal im Feuerwehrsport ermittelt und gekürt würde.

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