Kriegerin des HipHop

Die Guatemaltekin Rebeca Lane ist eine lautstarke Stimme gegen Frauenmorde und für Frauenrechte

  • Von Kathrin Zeiske
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Rebeca Lane ist der Star einer neuen weiblichen HipHop­Szene in Lateinamerika. Doch der Aktivistin aus Guatemala genügt die Bühnenpräsenz nicht - sie will vor allem eins: Frauen und Mädchen stärken.

Auf einmal war sie da. Eine zierliche Frau mit wilden Locken, tätowiert, in indigenen Röcken, bewaffnet mit einem Sturmgewitter an Texten, die unter die Haut gehen. Dank Rebeca Lane steht Guatemala seit Neuestem für richtig guten HipHop. Noch vor wenigen Jahren war die Soziologiestudentin als Fan und Freiwillige bei Events in der Szene unterwegs. Als sie selbst anfing zu rappen, ging auf einmal alles sehr schnell. «Ich kam kaum noch hinterher, Texte zu schreiben», erinnert sich Lane, auf deren Finger die magischen Buchstaben tätowiert sind: H.I.P.H.O.P. Und der wird groß geschrieben, genau dort, in Guatemala-Stadt, wo sie lebt und aufgewachsen ist. Diese Metropole mit zerfallenen Art Deco-Bauten zwischen Busabgasen und Straßenständen im Zentrum, ausgedehnten marginalisierten Vierteln an plötzlich abfallenden Schluchten und gutsituierten Wohneinheiten hinter Zäunen und Wächterschranken.

«Das ist mein Guatemala», sagt Rebeca Lane, i...


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