Kakerlaken schrecken Restaurantgäste auf

Protest gegen britische Burgerkette Byron, die Mitarbeiter ohne Papiere offenbar den Behörden auslieferte

  • Von Peter Stäuber, London
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die britische Hamburgerkette Byron ist unter Beschuss. Sie hat den Behörden geholfen, Mitarbeiter ohne Aufenthaltsbewilligung zu identifizieren. Aktivisten setzen bei ihrem Protest auch auf Kakerlaken.

Byron ist eine Schnellrestaurantkette für Feinschmecker. Hier werden keine gewöhnlichen Hamburger aufgetischt, sondern Gourmetfrikadellen: vier Schnitten britisches Rindsfleisch, frisch gehackt und bei mittlerer Hitze gebraten, bis es rosarot und saftig ist. Am vergangenen Freitag allerdings stießen die Kunden in zwei Londoner Restaurants auf weniger appetitliche Ware: Hunderte Kakerlaken, Heuschrecken und Grillen krochen auf einmal zwischen den Tischen herum, die Lokale mussten schließen.

Der Ungezieferüberfall war eine Protestaktion der Gruppen »London Black Revolutionaries« und »Malcolm X Movement«. Sie wollten damit ihrer Empörung über die Restaurantkette Ausdruck verleihen, weil diese vor rund einem Monat dem Innenministerium bei einer Razzia behilflich gewesen war: In mehreren Restaurants tauchten am Morgen des 4. Juli Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde auf, um den Migrationsstatus der Angestellten zu überprüfen. 35, darun...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.