Die Travestien der Anderen

Eine Münchener Ausstellung fragt, wie die bildende Kunst Stilmittel des Theaters übernimmt

  • Georg Leisten
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Auch wenn der Vorhang geschlossen bleibt, kann es spannend werden. Denn dann ist das Publikum sein eigener Regisseur. Wie beim Künstlerduo Elmgreen & Dragset und seiner Installation »Photo Booth«. Unter dem schwarzen Stoff, der die Kabine des Passbildautomaten vor Blicken abschirmt, erkennt man zwei Beinpaare. Mehr nicht, aber schon genug, um sich eine ganze Menge auszumalen.

Ob Vorhang, Maske oder Kulisse - immer wieder greift die Gegenwartskunst auf Strategien wie Requisiten des Theaters zurück. Unter dem Titel »Inszeniert!« beleuchtet die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München dieses Phänomen. Zu sehen sind dort knapp 100 Werke von 20 Künstlern aus dem Fundus der Sammlung Ingvild Goetz, die das Projekt in ihrem eigenen Ausstellungshaus aus Platzgründen nicht realisieren konnte.

Besonders die Genres Video und Fotografie haben sich den schauspielerischen Identitätswechsel zu eigen gemacht. Verkleidung und Verstellung werden zu Fo...


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