Tote Tiere haben kein Vaterland

Robert D. Meyer über einen vermeintlichen Vertrag zwischen Menschen und »Nutztieren«

Seit einigen Wochen versucht »Die deutsche Geflügelwirtschaft« in zahlreichen Städten, mit einer großflächigen Plakatkampagne ihr ramponiertes Image aufzupolieren. Zu sehen sind vier verschiedene Motive, die alle an den kritischen Konsumenten in uns appellieren. Egal ob beim Mittagessen in der Mensa, Kantine, im Restaurant oder am Imbissstand – sympathisch lächelnde Menschen fordern uns Verbraucher auf, genauer hinzusehen beziehungsweise nachzufragen. Auf einem Plakat fordert eine junge Studentin: »Ich will wissen, woher mein Putenschnitzel kommt.« Deshalb frage sie auch in der Mensa nach, woher ihr Fleisch auf dem Teller stamme.

Im Kleingedruckten verrät uns der Lobbyverband dann auch, worauf diese Frage im Kern abzielt. Zur Antwort heißt es: »Geflügelfleisch aus Deutschland garantiert höchste Standards.« Made in Germany – eine Herkunftskennzeichnung, deren Karriere im 19. Jahrhundert begann und von den Briten als Warnung vor ver...


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