Die Fassade bricht zusammen

Nach der Volksabstimmung in Kolumbien ist das rechte Lager gestärkt und die Guerilla in einer misslichen Lage

  • Von Ani Dießelmann/kollektiVolante
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Mit einer niedrigen Wahlbeteiligung von nur rund 37 Prozent lehnten am 2. Oktober 50,2 Prozent der Wähler*innen das »Abkommen für die Beendigung des Konflikts und für den Aufbau eines stabilen und dauerhaften Friedens« zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und der kolumbianischen Regierung ab. Das Ergebnis kann nicht allein auf die niedrige Wahlbeteiligung und die starke Nein-Kampagne seitens der Rechtkonservativen geschoben werden. Die Ja-Kampagne war wesentlich sichtbarer und mit Regierungsmitteln finanziert. Und die Wahlbeteiligung bei der Präsidentschaftswahl 2014 lag auch nur bei 40 Prozent. Dieselbe politische Linke, die nun der niedrigen Beteiligung die Verantwortung für das Ergebnis zuschiebt, hatte damals zum Sieg von Santos keine Bedenken aufgrund der mangelnden Beteiligung.

Unter den Nein-Wähler*innen waren Personen aller sozialen Schichten und politische Orientierungen. Auch radikale Linke kritisi...


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