AfD rechtfertigt Gaulands Kandidatur in Frankfurt

  • Lesedauer: 2 Min.

Potsdam. Die AfD hat die Entscheidung ihres Landesvorsitzenden Alexander Gauland verteidigt, entgegen früheren Beteuerungen doch im Osten des Landes als Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2017 anzutreten. »Er wurde eindringlich gebeten von den Kreisverbänden Frankfurt (Oder) und Oder-Spree«, sagte Parteisprecher Kai Gersch am Montag. »Da hat er sich dann breitschlagen lassen.« Gauland selbst äußerte sich zunächst nicht zu seiner Kandidatur. Der 75-Jährige lebt in Potsdam und hatte noch Ende September erklärt, er werde niemals in Frankfurt (Oder) antreten. Eine Kandidatur würde nur dort Sinn machen, wo er wenigstens die Namen der Hauptstraßen kenne. Auch mit Blick auf sein Alter erklärte er damals, erst im Frühjahr über eine mögliche Kandidatur für den Bundestag entscheiden zu wollen. Frankfurt (Oder) gilt als eine Hochburg der AfD in Brandenburg. Bei der Landtagswahl 2014 hatte die Partei dort knapp 20 Prozent geholt. »Man möchte schon dort antreten, wo man gute Aussichten hat«, sagte Gersch. Entscheidend sei jedoch der dringende Wunsch der Kreisverbände gewesen.»Hat Gauland nun ein, zwei Straßennamen in Frankfurt (Oder) gelernt?« So hatte Potsdams LINKE-Kreischef Sascha Krämer zuvor ironisch gefragt. Da Gauland eine Kandidatur außerhalb Potsdams zunächst definitiv ausgeschlossen habe, sei er ein Wortbrecher oder ein Lügner, meinte Krämer. Beides sei nicht gut für einen Politiker. dpa/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.