Chemie des Glaubens

Am 12. April 1961 flog der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall. »Ich habe viel Schönes im Orbit gesehen«, erzählte er nach seiner Rückkehr und fügte hinzu (ob aus eigenem Antrieb, ist umstritten): »Gott bin ich dort nicht begegnet.« Man könnte über so viel Naivität heute milde lächeln. Gäbe es da nicht die Aussagen anderer Sowjetkosmonauten, von denen einer nach 1990 erklärte: »Ich saß in der Station am Bullauge und schaute. Wer weiß warum, aber sehr oft schien es so, als ob jemand von der Seite mich beobachtete. In jenem Augenblick war etwas. Und mir schien, dass irgendetwas Großes mich beobachtete und schaute, wie ich das machte.«

Offenkundig können Menschen nur schwer von einem Gottesbild lassen, das sich überwiegend aus ihrer realen Erfahrung speist. Daran ändern auch Verbote von Theologen nichts, wonach es vom Prinzip her unmöglich sei, Gott anschaulich oder wissenschaftlich zu erfassen.

Die ...


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