Kandidatenkür im Hinterzimmer

In der SPD sorgt die Art und Weise für Ärger, wie Martin Schulz designierter Anwärter auf das Kanzleramt wurde

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Mit welchen Worten soll man einen aussichtslos erscheinenden Wahlkampf einläuten? Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als designierter Kanzlerkandidat entschied sich Martin Schulz für vorsichtigen Optimismus. »Ich weiß gar nicht, ob ich der Beste in der SPD bin. Aber es kann sein, dass ich die besten Chancen habe, die Bundestagswahl zu gewinnen«, sagte der Europapolitiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Parteichef Sigmar Gabriel im Willy-Brandt-Haus. Wenige Stunden zuvor war am Dienstagnachmittag vorab ein Interview Gabriels mit dem »Stern« bekannt geworden, aus dem hervorging, dass es einen Machtwechsel in der SPD geben soll. Gabriel überlässt Schulz die Kanzlerkandidatur und den Parteivorsitz. Das SPD-Präsidium votierte einstimmig dafür. Anfang März soll die Personalie von einem außerordentlichen Bundesparteitag abgesegnet werden.

Die Entscheidung hatten Gabriel und Schulz am Samstag nach einer »offenen Analyse der Ausg...


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