Gezeichnet für ein Leben

Genitalverstümmelung hat vor allem in Ostafrika eine blutige Tradition

  • Anna Kerber, Nairobi
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

»Es ist eine große Schande, wenn man das nicht tut«, erklärt Etanesh Tamerat Gebre Egzihaber. Die 70-jährige Äthiopierin faltet ihre Hände in den Schoß. Sie kann sich nicht an ihre eigene Beschneidung erinnern, aber an jene ihrer Tochter Yeshihareg Aga Gudisa, die sie gerade in Kenias Hauptstadt Nairobi besucht. Sie habe viel geblutet. Das sei ein Zeichen, dass etwas nicht gut gelaufen sei. Über 70 Prozent aller äthiopischen Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren sind nach UN-Angaben Opfer von Genitalverstümmelung geworden. Etwa ein Drittel davon wurde vor dem 15. Lebensjahr beschnitten. Über die Hälfte der weltweit rund 200 Millionen Opfer leben in drei Ländern: Indonesien, Ägypten und Äthiopien.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt verschiedene Formen der Verstümmelung an. Diese reichen von einer teilweisen Entfernung der Klitoris bis hin zur Entfernung der inneren und äußeren Schamlippen und einer Verengung der...


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