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Ein Berliner Privatradiosender fordert: »Icke muss in den Duden!« Es gehe nicht an, dass etwa das schwäbische »Schlotzen« (dt.: genüsslich trinken) drin stehe, »unser Icke« aber fehle. Als Konrad Duden kurz nach Bismarcks Reichsgründung sein Regelwerk für eine normierte Rechtschreibung herausbrachte, wollte er die sogenannten Deutschen, die in ihren jeweiligen Käffern jeweils so daherbrabbelten, wie ihnen der jeweilige Schnabel gewachsen war, wenigstens in der Schriftsprache einen. Aber die Zeiten der Verständigungsbemühungen sind vorbei. Heute muss wieder jeder »seine« Identität behaupten. Blödsinn! Wenn schon ein Wort in den Duden gehört, dann bitteschön das bayerische »Oa«, bekannt aus Sätzen wie »Hoit hoit i mia oa Oa oans Oa« (dt.: Heute halte ich mir ein Ei ans Ohr). Da es eine ganze Reihe von Bedeutungen abdeckt, wäre der gelbe Wälzer im Handumdrehen etwas dünner. Aber: »Icke muss in den Duden«? Du vielleicht. Icke nich. mha

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