Charkiw - gespalten wie keine andere Stadt

Die zwei Gesichter der Nordostmetropole der Ukraine unterscheiden sich am Blick auf die Maidan-Ereignisse

  • Von Denis Trubetskoy, Charkiw
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Einst war Charkiw die Hauptstadt der Ukrainischen Sowjetrepublik innerhalb der Sowjetunion. Das war von 1918 bis 1934. Deswegen wird die mit fast 1,5 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes auch heute noch als die »erste Hauptstadt« gefeiert - und zwar nicht nur von den Charkiwern selbst.

Mit rund 230 000 Studenten ist Charkiw zudem neben der heutigen Hauptstadt Kiew das intellektuelle Zentrum der Ukraine. Und während hier, ganz nah an der Grenze zu Russland, nur sehr wenige auf die Idee kommen, eine solch prägende ukrainische Stadt als »russisch« zu bezeichnen, bleibt Charkiw sehr wohl die prorussischste Region der Ukraine außerhalb der Krim. Die letzten repräsentativen Umfragen von 2014 zeigen zumindest eine noch größere Unterstützung russischer Positionen als im umkämpften Donbass.

»Es ist eine Art kulturelle Kreuzung«, meint Serhij Schewtschenko, ein 29-jähriger Politik- und Sportjournalist, der sein ganzes Lebe...


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