In einem Land, das es nicht gibt

Transnistrien - Wildwest-Kapitalismus mit sowjetischen Fassaden

  • Von Yves Bellinghausen, Tiraspol
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Irgendwo im moldawischen Niemandsland, Dutzende Kilometer vor der ukrainischen Grenze, taucht plötzlich ein Grenzposten auf, der auf den meisten Karten nicht eingezeichnet ist. Schwer bewaffnete Soldaten wollen Papiere sehen und Kofferräume öffnen. Sie stellen viele Fragen und geben selbst wenige Antworten.

Wer nach Transnistrien einreist, wird sich mit ihnen arrangieren müssen. Golden prangen Hammer und Sichel gekrönt von dem roten Stern auf ihren Uniformen - Transnistrien hat es irgendwie geschafft, im Jahr 2017 noch eine Sowjetrepublik zu bleiben, mag man meinen. Ein Kuriosum, ein aus der Zeit gefallenes Relikt eines vergangenen Jahrhunderts, ein 3500 Quadratkilometer großes Andenken an das sowjetische Imperium.

In Westeuropa ist Transnistrien wenig bekannt. In den 90er Jahren war das anders, als Transnistrien mit Hilfe der russischen Armee blutig seine Unabhängigkeit von Moldawien forcierte. Seitdem ist es aus den meisten...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.

0
Beiträge gelesen

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und kaufe eine virtuelle Ausgabe des »nd«

0
Beiträge auf nd-aktuell gelesen

Hilf mit, die Seiten zu füllen!

Zahlungsmethode