Die Betonzentrale der Falken

Die Bundesbank wird 60 - noch immer wollen ihre Verantwortlichen nur für Geldwertstabilität sorgen

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Während der letzten Sitzung vor der Sommerpause wich der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, nicht einmal einen Trippelschritt von ihrer lockeren Geldpolitik zurück. Aus der Deutschen Bundesbank war daraufhin wieder einmal ein Grummeln zu vernehmen. Seit langem kritisiert ihr Boss Jens Weidmann den »unorthodoxen« Kurs der Euro-Hüter.

In der Dauerfehde spiegeln sich zwei Denkschulen wider. Die »Tauben« um Draghi sehen die Rolle der Notenbank nicht allein darin, den Geldwert möglichst stabil zu halten. Sie beanspruchen darüber hinaus eine Rolle als Pate der Volkswirtschaft: Beschäftigung, Konjunktur und Außenhandel beeinflussen ihre Geldpolitik. Aktuell setzt Draghi auf Niedrig-zinspolitik, flutet Banken und Börsen mit billigem Geld und kauft weiter in großem Stil Anleihen selbst von Unternehmen auf. Alles, um die Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln.

Dagegen setzen die »Falken«, die im 25-köpfigen EZB-Rat ...


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