»Nie dort, wo ich gerne gewesen wäre«

Für den kasachischen Punk-Poeten Jermen Anti gehört die E-Gitarre zum Gedicht. Jetzt spielt er in Berlin

  • Von Mario Pschera
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Unbeschwerte Hippieromantik war spätestens in den 1980er Jahren in der Sowjetunion nur noch notorischen Augenverschließern möglich. Den gemütlich-bleiernen Breshnew-Jahren folgten die Renovierungsarbeiten unter Gorbatschow, der Appell an die Moral (einschließlich Wodkaverbot) und leere Verkaufsregale. Während Pioniere noch fröhlich sungen und Literaten, Musiker und Maler einen Ausweg aus der verkommenen gesellschaftlichen Situation suchten, bereiteten sich die Funktionäre der Partei auf die Zeit der Freiheit vor. Die Beresowskiis und Chodorkowskijs rissen sich das Staatseigentum unter den Nagel, auf den Straßen herrschten die Privatarmeen der Oligarchen und der Drogenbarone. Billiges Heroin überschwemmte die sibirischen Städte, die Kids warfen ihre Zukunft der Chemodroge »Krokodil« in den Rachen, die Staatsmacht war Verbrecher und Verbrechensjäger zugleich. Und nicht wenige Protagonisten der Alternativszene entdeckten damals ihre Liebe...


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