Fabriken ohne Chefs

In Argentinien zeigen sich die belegschaftseigenen Betriebe krisenresistent

  • Von Jürgen Vogt, Pigüé
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Argentiniens Bürger sind Extreme gewohnt: Mal ist der Staat zahlungsunfähig wie 2001, mal gibt es chinesische Wachstumsraten wie fast ausnahmslos ein Jahrzehnt von 2003 bis 2012. Seitdem ist das südamerikanische Land wieder rezessionsgeplagt. Die vielen Krisen haben in Argentinien eine eigene Form der solidarischen Ökonomie entstehen lassen. Die Fabricas Recuperadas, die von ihren Belegschaften übernommenen und wieder flott gemachten Fabriken und Betriebe, sind heute ein fester Bestandteil der argentinischen Ökonomie, auch wenn ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung gering ist.

Gegenwärtig gibt es 367 Belegschaftsbetriebe mit rund 16 000 Beschäftigten, weist die jüngste Studie der Universität Buenos Aires aus. Gut die Hälfte sind in den Branchen Metallverarbeitung, Nahrungsmittel, Druckgewerbe und Textil zu finden. Und ihre Überlebensfähigkeit ist erstaunlich. Seit 2001 mussten lediglich 43 ihre Tore wieder schließen.

Fast imm...


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