Frustabbau im Fußballstadion

Der beliebteste Sport gehört auch im palästinensischen Gaza zum Alltag - auch für Frauen, die trotz Verbot dennoch die Spiele besuchen

  • Von Oliver Eberhardt, Gaza
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Über Khan Junis verstummt der Gebetsruf, der minutenlang das zur Stadt gewordene Flüchtlingslager im Gazastreifen eingehüllt hat. Ein scharfer Pfiff ertönt und die andächtige Ruhe, die auch die Menschen im heruntergekommenen Stadion von Khan Junis erfasst hatte, weicht von einer Sekunde auf die andere einer Kakophonie aus Gesängen.

Das Spielfeld ist buckelig, der Rasen gelb vertrocknet; vom Frühjahr an regnet es nur noch selten, dann für Monate meist gar nicht mehr. Und im Gazastreifen, in dem sauberes Wasser immer knapper wird, würde man es nicht wagen, auch nur daran zu denken, das Gras zu gießen. Während einer der Spieler über das Spielfeld rennt, den Ball vor sich, die gegnerischen Spieler eher hilflos hinter sich, bemühen sich Polizisten der Hamas, die gut 2000 Leute, die zum heutigen Spiel von Schabab Khan Junis gegen Schabab Rafah gekommen sind, davon abzuhalten, auf das Spielfeld zu stürmen, während sie die Spieler aus Raf...


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