Kampagne

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Klar war es ein Happening, mit dem extra gebuchten Sonderzug, voll mit Linksradikalen, von Berlin zu den Protesten gegen die Europäische Zentralbank 2015 nach Frankfurt am Main zu fahren. Klar waren die Proteste gegen G20 ein Event, das niemand, der oder die dabei war, so schnell vergessen wird. Und auch jeder Nazi-Aufmarsch, der blockiert wurde, wird für die Aktivist_innen in Erinnerung bleiben. All diese Aktionen mussten geplant werden – zumeist als Projekt, als Kampagne. Der Fokus der radikalen Linken auf solche Kampagnen mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Ohne größere Hürden kann man sich kurzfristig an Aktionen beteiligen und wieder gehen, wenn es nicht mehr passt. Verloren geht damit jedoch eine langfristige und ernsthafte politische Perspektive, die sich dauerhaft und nicht nur punktuell einbringt. Kampagnenpolitik kann kurzfristige Sichtbarkeit erhöhen, dauerhafte Veränderung wird aber nur in der Verbindung verschiedener sozialer Kämpfe liegen. Das ist mühsam und schwieriger, wird sich aber lohnen. chw

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