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Graffiti kosten Kommunen viel Geld

  • Lesedauer: 2 Min.

Potsdam. Jedes Jahr werden in Brandenburgs Kommunen etliche öffentliche Gebäude mit Graffiti besprüht. Die Beseitigung der Schäden ist oft nicht billig, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. So hat die Stadt Prenzlau im vergangenen Jahr fast 3800 Euro für das Entfernen von 23 von Graffiti-Malereien aufbringen müssen. Im Jahr zuvor waren es Stadtsprecherin Alexandra Martinot zufolge nur zwölf Schadensfälle, die für 2840 Euro behoben werden mussten.

Rund 20 Graffiti-Schadensfälle, davon die Hälfte mit verfassungsfeindlichem Hintergrund, gab es an öffentlichen Gebäuden in Cottbus. Auch in diesem Jahr seien die Zahlen ähnlich, teilt Stadtsprecher Jan Gloßmann mit. »Eine Zunahme gibt es meist nur im Zusammenhang mit Wahlen oder besonderen Ereignissen«, sagt er.

»Eine Anzeige bei der Polizei erfolgt zumeist nur, wenn die Graffiti verfassungsfeindliche Zeichen enthalten«, erläutert Vera Kubler von der Stadtverwaltung Frankfurt (Oder). Hier seien öffentliche Gebäude nicht das Hauptziel der illegalen Sprüher. »Zumeist sind unbewirtschaftete Gebäude, Trafohäuschen sowie Mauern in öffentlichen Parkanlagen beliebte Sprayerobjekte«, sagt sie. Weil Graffiti an öffentlichem Eigentum prompt und konsequent entfernt werden, bleibe die Motivation niedrig, sich dort zu verewigen.

An anderen Stellen steht Frankfurt (Oder) der Kunstform und ihren Vertretern auch aufgeschlossen gegenüber. »Neben Einzelbildern, wie etwa am Dresdener Platz, gibt es auch drei Wände, die für Graffiti freigegeben sind und regelmäßig mit neuen Motiven gestaltet werden«, erläutert Kubler. Dort könne legal gesprüht werden. »Das Angebot wird sehr gut angenommen.«

Auch in Cottbus hat es im Rahmen eines Präventionsprojekts solche legalen Flächen für Sprayer gegeben. Allerdings ohne großen Effekt. »Das schränkt das illegale Sprühen samt Kick nicht ein«, bedauert Stadtsprecher Gloßmann.

Mehr als 85 Millionen Euro will die Deutsche Bahn bundesweit investieren, um die Videotechnik an großen Bahnhöfen bis 2023 auszubauen. Zuletzt waren Graffiti-Straftaten an Gebäuden und Waggons der Bahn in Brandenburg rückläufig. Der Grund dafür: Wiederholt waren Spezialteams von Bahn und Bundespolizei Streife gelaufen, hatten Täter auf frischer Tat ertappt. Jedes Delikt werde zur Anzeige gebracht. Insgesamt 18 100 Graffiti-Beschädigungen hat die Deutsche Bahn 2017 gezählt - knapp vier Prozent mehr als 2016. Zehn Millionen Euro kostete die Beseitigung der Sprühereien. dpa/nd

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