Im Jenseits nichts Neues

Dem erfrischend unoriginellen Horrorthriller »The Prodigy« gelingt es, jede Subtilität zu vermeiden

  • Von Oliver Schott
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Originalität ist nur ein bürgerlicher Mythos. Immer muss alles kreativ, neu, nie dagewesen oder am besten gleich eine »Revolution« sein, und sei es nur die der Nassrasur. Warum eigentlich? Hat es etwa Sophokles interessiert, ob eine Geschichte neu war? Und wie lange kann man den Anschein wahren, am kulturindustriellen Fließband Neues zu produzieren? Seien wir ehrlich: Unsere geistigen Ressourcen sind spärlich, wir müssen sie nachhaltig bewirtschaften, fleißig recyceln, uns besinnen auf das Althergebrachte! So was in der Art müssen sich der Regisseur Nicholas McCarthy und der Drehbuchautor Jeff Buhler gedacht haben, als sie den Horrorthriller »The Prodigy« konzipierten.

»Mal überlegen, ein Horrorfilm … welches gut abgehangene Motiv könnten wir da aufwärmen?« - »Etwas mit Kindern! Horrorkinder sind immer gut.« - »Gute Idee! Da gab es ja auch wirklich schon alles - von Geistern oder Dämonen besessene Kinder, Alien-Kinder, Antichrist-Kinder...


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