Ganz einfach: Man kämpft

Zu Gast bei Gregor Gysi am Deutschen Theater: Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Berliner Akademie der Künste

  • Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Den erzählendsten Satz sagte sie beiläufig - wie das konzentriert Beiläufige überhaupt Kern dieser Begegnung war. Jenes Präzise, dem kein Aufputz zuarbeiten muss. Jene Ruhe, die unaufgeregt am Platz bleibt. Jener Geist, der sich aufrühren, aber nicht aufscheuchen lässt. Der erzählendste Satz von Jeanine Meerapfel lautete: »Auf Friedhöfen drehe ich besonders gern.«

Auf Friedhöfen glauben wir ein klein wenig ans Undenkbare: verschont zu bleiben. Es ist dies der Glaube an etwas Unmögliches - den wir so sehr brauchen, weil uns das Mögliche immer wieder enttäuscht. Wir glauben, was nicht ist. Auf diese Weise ist es. Eine grundlegende Erfahrung - fünf vor zwölf schlägt die feurigste Stunde der Utopien; und wo Schuld dich am heftigsten plagt, wächst am heftigsten auch der Wunsch, Unschuld sei wieder möglich.

In den autobiografisch geprägten Spiel- und Dokumentarfilmen von Jeanine Meerapfel kollidieren Schuld und Unschuld zum Knäuel, das die U...


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