Du weißt nicht, welche Kriege toben

Der bosnische Fotograf Nihad Nino Pušija setzt sich visuell mit antiromaistischen Vorurteilen auseinander

  • Von Samuela Nickel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Damals und heute, dort und hier. Die Grenzen zwischen vermeintlichen Binaritäten verschwimmen in den Fotografien von Nihad Nino Pušija. Verschiedene Orte und unterschiedliche Zeiten prallen aufeinander: Tarnjacken und Techno, Srebrenica und Großstadt-Tristesse, Ostblock und Spreestadt, Glaube und Heillosigkeit, Glamour und Wandteppiche. Sind wir in Jugoslawien, in Bosnien, in Berlin?

Der Fotograf lenkt den Blick auf Patronen, Kirschen und Moscheen. Dort liegt mal ein Fez, eine Filzkappe, kniet jemand vor dem Beichtstuhl, steht ein Pope - hier sind wir beim Fußball, beim Fleischer, vor dem Plattenbau; sehen wir Stacheldraht und Graffiti, improvisierte Architektur. Sozialismus knallt in Pušijas Fotografien auf Postsozialismus, Balkankrieg trifft Kapitalismus.

Pušija, 1965 in Sarajewo geboren, studierte Politik und Journalismus an der dortigen Universität und arbeitete als Fotojournalist für die unabhängige bosnische Tageszeitun...


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