Lebende Wasserfilter

Austern sollen zurück in New Yorks Hafen.

  • Von Johannes Schmitt-Tegge
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Als Henry Hudson 1609 mit seinem Dreimaster in den New Yorker Hafen segelte, der damals noch gar nicht so hieß, dürfte der Engländer alles Mögliche im Kopf gehabt haben: Konflikte mit Ureinwohnern, die Gesundheit seiner Crew, die immer noch erfolglose Suche nach einem Seeweg in Richtung Asien. Was Hudson eher nicht geahnt haben dürfte: Im Wasser zogen sich kilometerweit Austernbänke. Mehr als 400 Jahre später ist davon wenig übrig.

Heute ist schwer vorstellbar, dass die Metropole mit 8,5 Millionen Einwohnern einmal den Titel als Austern-Welthauptstadt trug. Über 890 Quadratkilometer verteilten sich die Riffs in New York bei Hudsons Ankunft - das entspricht der Fläche der Stadt Berlin.

Aber Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die New Yorker alle Austern gegessen. Manhattan wuchs in die Breite und Höhe, und die sumpfig-steinigen Ufer im Tidengewässer - ein ideales Zuhause für Austern - wurden von Schottwänden und Piers verdrängt...


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