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Mitbestimmte Unternehmen sind erfolgreicher

Wissenschaftler untersuchten Firmen mit und ohne Mitbestimmung. Wenn Beschäftigte mitreden können wird »kurzfristiges Verhalten verhindert«

  • Lesedauer: 2 Min.

Stuttgart. Unternehmen, in denen Arbeitnehmer im Aufsichtsrat ein Mitspracherecht haben, entwickeln sich wirtschaftlich erfolgreicher als solche ohne Mitbestimmung. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Marburg und Göttingen, über die »Stuttgarter Zeitung« und »Stuttgarter Nachrichten« zuerst berichtet haben. Mitbestimmte Firmen hätten im Zuge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in den Jahren danach deutlich bessere Ergebnisse erzielt als Unternehmen ohne Arbeitnehmerbeteiligung. Das hätte sich etwa in der operativen Rendite, in der Bewertung am Kapitalmarkt, aber auch bei der Beschäftigungsentwicklung sowie bei Investitionen in Anlagen und Entwicklung gezeigt.

Die Mitbestimmung hat offenbar während der Wirtschaftskrise ein »kurzfristiges Verhalten von Unternehmen verhindert« und danach ein »schnelleres Umschalten in den Wachstumsmodus ermöglicht«, sagen Marc Steffen Rapp (Universität Marburg) und Michael Wolff (Göttingen) in der von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderten Untersuchung. Sie erklären die deutlich bessere Performance der mitbestimmten Firmen unter anderem mit systematisch anderen Entscheidungen 2008 und 2009. Unter anderem kam es meist nicht zu einem größeren Personalabbau. So konnten diese Unternehmen rascher wieder ihre Produktion ausweiten.

Mit Blick auf die Digitalisierung und die Globalisierung meinen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse seien auch für die Zukunft bedeutsam: Die Arbeitnehmermitbestimmung sehen sie »als Element einer modernen Corporate Governance verstanden, die vor dem Hintergrund immer volatiler werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen geeignet ist, mögliche Risiken von strategischen Transformationsprozessen abzufedern«. Die Beteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat solle weniger als Hindernis, sondern müsse mehr als Chance verstanden werden. Stuttgarter Zeitung/nd

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