Die Welt ist nicht mehr in Ordnung

Vom Musikgeschäft und der Seltsamkeit: Der Dirigent Bernard Haitink

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der Dirigent dirigiere, er spiele in der Regel nicht. Darum seien Ängste unangebracht, er müsse irgendwann aufhören wie der langgediente Geiger, der seinen Solopart nicht mehr hundertprozentig bringt. Dirigenten würden also noch im hohen Alter ihre Arbeit tun können.

Bernard Haitink reiht sich ein in die Dirigentenschar, die um 1930 zur Welt gekommen ist. Es war die aufbrechende Generation, voller Visionen, weg vom alten Leisten: Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Lorin Maazel, Michael Gielen, Claudio Abbado, Carlos Kleiber im Westen, im Osten Kurt Masur, Istvan Kertesz, Gennadi Roshdestwenski, Jewgeni Swetlanow und andere. Alsbald gaben sie an den großen Häusern der Welt einander die Klinke in die Hand. Unschätzbar, was allein Haitink in den sechs Jahrzehnten seiner Dirigententätigkeit der Musikwelt geschenkt hat.

Seine Laufbahn beginnt er als Geiger. Früh musiziert er in verschiedenen Orchestern und profiliert sich vornehmlich als Mitglied de...


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