Der Markt für gute Ideen

Überarbeitet und unterbezahlt: Japans Kreativbranche hat ihre Schattenseiten

Der Anime »A Silent Voice« hat folgende schöne Botschaft. Aus dem Off fragt es da: »Was ist nötig, um in eine Welt zu passen, die dich nicht hört?« Der international gefeierte Zeichentrickfilm von 2016 verhandelt Mobbing an einer japanischen Schule. Am Ende hat nicht nur das Opfer, sondern auch der Täter zu leiden. Isoliert vom Rest der Klasse, nähern sich die beiden Hauptfiguren aber wieder einander an. Es ist ein Plädoyer für Empathie: »Manchmal ist die Antwort einfach, zuzuhören.«

Dies sind Sätze, die in Japan an diesen Tagen von einem tiefen Schlucken begleitet werden. Das Studio Kyōto Animation, das »A Silent Voice« produziert hat, ist zu einer Ruine verkommen, am Donnerstag brannte es stundenlang. Um die 30 Feuerwehrwagen rückten zu dem Löscheinsatz an, nachdem es zuvor mutmaßlich mit Brennstoff angesteckt worden war. Den Tatverdächtigen, der dabei selbst verletzt wurde, fasst die Polizei noch am selben Tag, er wurde ins Kra...


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