Hilfe, die Buchstaben verschwimmen

Aus dem Leben einer Dragqueen: »Kate Glory Lie« erzählt vom alltäglichen Absturz einer Bühnenkünstlerin

  • Von Björn Hayer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Pille rein, Kippe an, Kippe aus, mit Champagner nachspülen, und dann das Ganze wieder von vorne anfangen, bis das Gemisch den umgekehrten Weg der Speiseröhre hochwandert. Wo immer man sich in Stefan Scheufelens Debütroman »Kate Glory Lie« auch befindet, fast immer trifft man auf Erbrochenes - die alltäglichen Reste eines Berliner Partylebens, entladen beispielsweise in Blumentöpfe und Kinderwägen.

Ehrlich gesagt, passiert auch sonst nicht allzu viel anderes. Es handelt sich um die Erzählung einer Dragqueen, die sich in den bunt-illuminierten Szeneläden der Hauptstadt vorzüglich zu vermarkten weiß. Geschildert werden das erwartbare Auf und Ab der Gefühle bei den nächtlichen Auftritten, diverse WG-Konflikte und eine beschwingte Sexualkultur, mal zu dritt, mal mit Mann oder Frau. Dass es schließlich zu Kates großem Absturz kommt, dessen Drastik noch dadurch verstärkt wird, dass die ohnehin schon kränkelnde Protagonistin auch noch unter Mu...


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