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»Es geht um die ganze Lebensweise«

Die Philosophin Frigga Haug über Bedürfnisse, »Du musst«-Sätze und die Überlebensfrage in der Klimakrise

Der Begriff Bedürfnis interessiert mich politisch, vor dem Hintergrund von Greta Thunberg und Extinction Rebellion, wo ja nun endlich mal wieder diskutiert wird, wie unsere individuellen Befriedigungen von Bedürfnissen sich auf andere und den Planeten im Ganzen auswirken. Daher frage ich mich, als Person, die mit Sprache umgeht, was es mit diesem Begriff auf sich hat, der ja vor alles und jedes gestellt werden kann und auch gerne gestellt wird: das Bedürfnis nach einem Steak, einer Umarmung, einem Dach über dem Kopf, das Bedürfnis, mit dem Flugzeug zu reisen, auf der Autobahn 180 km/h zu fahren, ein neues Kleid zu kaufen oder hundert neue Kleider. Kann also alles und jedes als Bedürfnis beschrieben werden? Oder wo hört das Bedürfnis auf und fängt das Wünschen an?

Es wird deutlich, dass du selbst in dem Widerspruch steckst. Eigentlich möchtest du als Menschenrecht die Freiheit jedes Einzelnen befürworten, zu tun, was er oder sie ge...


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