»Beschneidung wird oft religiös legitimiert«

Idah Nabateregga fordert zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung mehr Aufklärung

Frau Nabateregga, warum werden Mädchen und Frauen beschnitten?
Das hat viele Gründe. In manchen Kulturen ist die Beschneidung ein Initiationsritus. Anschließend gelten die Frauen als erwachsen. Das hat für sie oft schlimme Folgen. Sie dürfen anschließend nicht mehr die Schule besuchen, werden jung und teilweise gegen ihren Willen verheiratet und bekommen zu früh Kinder. Bei der krassesten Form der Beschneidung werden Mädchen bis auf eine winzige Öffnung für Urin und Menstruationsblut zugenäht und erst in der Hochzeitsnacht von ihrem Ehemann oder einer Verwandten wieder geöffnet. So soll die Jungfräulichkeit der Braut garantiert werden. Viele Kulturen gehen davon aus, dass die Beschneidung das Lustempfinden der Frau senkt und sie ihrem Ehemann deshalb besonders treu sein wird. Unbeschnittene Frauen gelten deshalb in manchen Kulturen als schwer verheiratbar. Teilweise wird die Beschneidung auch mit falschen Hygiene- und Reinlichkeitsvor...


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