Das Ende der Resterampe

Mit der Berliner Schulreform wurden vor zehn Jahren die Hauptschulen abgeschafft. Von Rainer Rutz

  • Von Rainer Rutz
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Das war der Horror«, erinnert sich Miriam Pech an die Situation, als sie vor 20 Jahren an der Heinz-Brandt-Schule als Lehrerin anfing. Wie viele Berliner Hauptschulen hatte auch die Schule an der Langhansstraße in Weißensee vor allem eines: einen miserablen Ruf. An Pechs Schule kam ein Neonaziproblem hinzu. Das bekam das Lehrerkollegium mit demokratischer Bildungsarbeit zwar bald in den Griff. Eine andere Schwierigkeit aber blieb: das »Stigma Hauptschule«. Ein Stigma mit Folgen, sagt Pech: »Unsere Schulabgänger wollte doch niemand haben. Klar, dass die Schüler da von vornherein keinen Bock hatten.«

Nach dem »PISA-Schock« im Jahr 2000, spätestens aber nach dem »Rütli-Schock« sechs Jahre darauf, dämmerte auch den politisch Verantwortlichen, dass es so nicht weitergehen konnte: Die als Resterampe geschmähte Hauptschule musste verschwinden. »Es war dringend nötig, die Hauptschule abzuschaffen, wo zuletzt nahezu jeder dritte Schüler oh...


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