Unten Links

  • Lesedauer: 1 Min.

Der Elefant Tuffi sprang einst aus der Schwebebahn in die Wupper, trug nur Schrammen am Hinterteil davon und lebte noch vier Jahrzehnte glücklich als Zirkusattraktion. So wird die Geschichte meist erzählt. Aber es geht auch anders: Tuffi - in Gefangenschaft geboren, aus einer Familie ausgebeuteter Elefanten stammend und mit ihrem Namen zusätzlich gestraft - musste sich ab ihrem dritten Lebensjahr im Zirkus Franz Althoff verdingen, weil schon damals niemand auf Julia Klöckner hörte. Zusätzlich wurde das geduldige Tier gezwungen, allerhand verkaufsfördernde Dienste zu verrichten. Für Zirkuswerbung besuchte es artungerechte Orte wie ein Rathaus und Straßenbahnen. Erst die Fahrt in der quietschenden Schwebebahn, vollgestopft mit Journalisten, war zu viel. Tuffi geriet in Panik und stürzte durch ein Fenster hinab. Mit Tuffi und ihrer grausamen Geschichte schmücken sich seither ein Unternehmen für Milchprodukte und die Stadt Wuppertal, letztere seit vorigem Jahr auch mit einer Skulptur an der Unglücksstelle. Die ist nun beim Hochwasser in den Fluten der Wupper verschwunden. Keine Moral. rst

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung