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Aufschwung mit dem Tesla-Effekt

Minister Steinbach: Brandenburg befindet sich in der erfolgreichsten Phase seiner wirtschaftlichen Entwicklung

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Arbeiter warten am frühen Morgen an einem Eingang zur Baustelle der Tesla-Autofabrik.
Arbeiter warten am frühen Morgen an einem Eingang zur Baustelle der Tesla-Autofabrik.

Bei den Fernsehgeräten ersetzte der Flachbildschirm die herkömmlichen Bildröhren. In Berlin schloss der südkoreanische Konzern Samsung 2005 sein Bildröhrenwerk, im brandenburgischen Tschernitz aber bedeutete der Abschied von der Bildröhre nicht das Ende. Hier eröffnete 2008 stattdessen eine Manufaktur, die Spezialglas für Solaranlagen fertigt.

»Es ist immer Licht und Schatten«, weiß Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WfBB). Vor 20 Jahren, als das Land Kammradts Fördergesellschaft gründete - damals noch unter dem Namen Zukunftsagentur Brandenburg -, da herrschte Massenarbeitslosigkeit. Die Firma Grohe, die Armaturen für Waschbecken und Bäder produziert, beschloss im Jahr 2005, ihr Werk in Herzberg zu schließen. So deprimierend war die Situation im Bundesland. »Heute steht der Standort ganz anders da. Brandenburg ist auf dem Weg, sich zu einem neuen industriellen Zentrum Deutschlands zu entwickeln«, schwärmt Kammradt. »Wir verzeichnen ein großes Interesse am Standort. Die Nachfrage ist sogar in der Pandemiezeit weiter gestiegen. Dazu trägt der Tesla-Effekt bei.«

Schon seit Tesla-Boss Elon Musk verkündete, in Grünheide eine Fabrik für Elektroautos zu bauen, beflügelt das die wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs, die sich jetzt in ihrer »erfolgreichsten Phase« befindet, wie Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) meint. Dabei ist die Autofabrik noch nicht einmal fertig. Aber auch wenn sich die Eröffnung verzögert hat, der Minister bleibt zuversichtlich, dass noch dieses Jahr die ersten Fahrzeuge vom Band rollen. Die Stimmung in den Sitzungen der Taskforce zur schnellen Ansiedlung von Tesla sei ausgesprochen gelöst, versichert er. Tesla-Boss Elon Musk hat auf einen Produktionsstart im Dezember orientiert.

An dem allgemeinen Aufschwung hat die Wirtschaftsfördergesellschaft WfBB einen »großen Anteil«, ist Minister Steinbach überzeugt. Er wechselte 2018 als Parteiloser von seinem Posten als Präsident der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg in das Kabinett von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und trat erst einige Monate später in dessen Partei ein. Nach der Landtagswahl 2019 hätte eigentlich die CDU das Wirtschaftsressort bekommen, doch Dietmar Woidke reklamierte den Posten des Wirtschaftsministers damals mit der bemerkenswerten Begründung für Steinbach, der Tesla-Konzern, mit dem die Ansiedlung schon angebahnt war, wolle sich nicht an einen neuen Ansprechpartner gewöhnen.

Die WfBB unterstützte nach eigenen Angaben in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten rund 8000 Unternehmensprojekte mit zusammen 67 000 Arbeitsplätzen und einem Investitionsvolumen von gut 13 Milliarden Euro. Täglich neun Arbeitsplätze wurden so geschaffen beziehungsweise gesichert, rechnet der zweite WfBB-Geschäftsführer Sebastian Saule vor.

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