Der bröckelnde Sozialstaat

DIW-Vermögensstudie: Den Mittelwert von 81 000 Euro besitzt nur eine Minderheit

  • Von Wolfgang Kühn
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Unterschiede im Vermögen sind normal und nicht anstößig, wenn der Lebensunterhalt für alle, die arbeiten wollen und können, gesichert wird, so dass Armut die Ausnahme bleibt. Hierzulande ist Armut Bestandteil der Gesellschaft – Folge des bröckelnden Sozialstaates.

Kürzlich hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Studie zur Einkommensverteilung vorgelegt, die auf der Grundlage von Personenbefragungen Umfang und Verteilung des privaten Reichtums im Jahr 2002 beschreibt. Ebenso wie im Reichtumsbericht der Bundesregierung vom vergangenen Jahr, der auf Haushaltsbefragungen beruhte, wird eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich festgestellt. Die Bundesrepublik ist auf dem Weg, das im Grundgesetz festgeschriebene Sozialstaatsgebot auszuhöhlen.

Die wichtigsten Fakten: Bewohner der Bundesrepublik, die älter als 17 Jahre sind, verfügten vor fünf Jahren über einen Reichtum von brutto 6,4 Billionen oder 6 400 000 000 000 Euro in Form von selbst genutztem Immobilienbesitz (63 Prozent des gesamten Vermögens), sonstigen Immobilienbesitz (20 Prozent), Geldvermögen über 2500 Euro (12 Prozent), Betriebsvermögen (12 Prozent) privaten Versicherungen (11 Pro- zent) und Sachvermögen in Form we...


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