»Die Unternehmen nutzen die Armut der Leute aus«

Der Europäische Verband der Wanderarbeiter unterstützt migrantische Bauarbeiter in Deutschland

  • Von Jörg Meyer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Scheinbar halten es nicht alle Bauunternehmer für eine Selbstverständlichkeit, den Wanderarbeitern aus Osteuropa, die auf ihren Großbaustellen in Deutschland arbeiten, Lohn für die geleistete Arbeit zu zahlen. Der Europäische Verband der Wanderarbeit ist die Lobby der Geschädigten.

Es war eine dramatische Situation. Am vergangenen Montag kletterte ein um seinen Lohn geprellter rumänischer Bauarbeiter in Köln auf den Ausleger eines Baukrans und sagte, er wolle dort in 52 Meter Höhe bleiben, bis er die ihm zustehenden 3000 Euro bekommt. Einen Monat zuvor streikten 21 rumänische Wanderarbeiter auf einer Baustelle in Ratingen (Nordrhein-Wesfalen), weil sie seit Juli keinen Lohn mehr gesehen hatten. Ihre Forderungen summierten sich auf 65 000 Euro.

Wie organisiert man die Unorganisierbaren?
Der Europäische Verband der Wanderarbeiter (EVW) schaltete sich zusammen mit der IG BAU ein und stritt mit dem Generalunternehmer der Baustelle. Schließlich einigte man sich außergerichtlich. »Das sind keine Einzelfälle«, sagt Holger Vermeer, IG BAU-Branchensekretär für das Bauhauptgewerbe. »Wir haben uns schon immer um die Kollegen gekümmert, sind aber irgendwann an Grenzen gestoßen«, sagt Vermeer. Aus diesem Grund wurde aus der B...


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