In Handschellen ins Krankenhaus

Initiative gegen Abschiebehaft informierte über unwürdige Behandlung von Flüchtlingen

  • Von Birgit von Criegern
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Auch ein Abschiebeknast wie der Köpenicker ist ein Gefängnis.

Um die Ausreise zu erzwingen, hat die Bundesregierung die Inhaftierung im Abschiebeknast erdacht. Hygienische und medizinische Umstände sind in vielen solcher Haftanstalten menschenunwürdig, so etwa im nordrhein-westfälischen Büren, wo Flüchtlinge im September mit Hungerstreik protestierten. Und auch im Abschiebeknast Köpenick.

Am 21. November wurde in einem Strafverfahren gegen einen Sanitäter vor dem Amtsgericht Tiergarten das Urteil gefällt. Der Sanitäter, der in der Köpenicker Anstalt tätig war, hatte einen algerischen Migranten bei einem Herzinfarkt viel zu spät ins Krankenhaus überwiesen: erst nach vier Stunden. Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Bei dem Vorfall im Mai 2005 hatte sich der Migrant wegen starker Schmerzen in der Brust eindringlich an Polizeibeamte und an den Sanitäter gewendet. Das EKG-Gerät im Haus war kaputt. Der Sanitäter riet dem Kranken zunächst, ...


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