Lügen aufdecken, nicht verbreiten

  • Von Karin Leukefeld
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Fast auf den Tag genau ist es fünf Jahre her, dass Colin Powell über die Notwendigkeit des Irakkrieges vor dem UN-Sicherheitsrat in New York sprach. Irak verberge »seine biologischen Waffenfabriken auf Rädern und Gleisen« und »all das gefährliche Material (…) in den Häusern der Wissenschaftler und Geheimdienstagenten«, erklärte der damalige US-Außenminister am 6. Februar 2003. »Saddam Hussein im Besitz von Massenvernichtungswaffen zu lassen, ist keine Option.« Seine Rede illustrierte Powell mit der Dia-Präsentation angeblich fahrbarer Biowaffenlabors und Audioaufnahmen angeblich abgehörter Telefongespräche.

Eine »typisch amerikanische Show mit Kunststückchen und Spezialeffekten« habe Powell abgeliefert, kommentierte später der irakische Abrüstungsbeauftragte Amer al Saadi in Bagdad. Tags darauf widerlegte er die Vorwürfe en détail. Obwohl die Weltpresse in Bagdad vertreten war, machte nicht Al Saadi, sondern Colin Powell Schlagz...


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