Satellitenabschuss eskaliert Wettrüsten im Weltraum

Washington will auch im All militärische Hegemonie

  • Von Wolfgang Kötter
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das Kriegsschiff wurde gestern im Pazifik schon in Position gebracht. Wenn die Raumfähre »Atlantis« mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel an Bord heute Nachmittag sicher auf der Erde gelandet ist, soll ein neues Kapitel in der »Star-Wars«-Saga der Supermacht aufgeschlagen werden: Die US-Marine will einen defekten Spionagesatelliten abschießen.

Mit ihrem Satellitenabschuss eskalieren die USA das Wettrüsten im Weltraum. Die US-Marine will heute vom Aegis-Kriegsschiff »Lake Erie« aus mit einer erstmals mit Wärmeleittechnik eingesetzten SM-3-Antiballistikrakete den eigenen Himmelskörper US-193 in einer Höhe von etwa 250 Kilometern über dem Pazifik abschießen. Seine Stromversorgung hatte bereits kurz nach dem Start im Dezember 2006 versagt und der 1,3 Tonnen schwere Spionagesatellit von der Größe eines Kleinbusses irrt seither unkontrollierbar im Weltraum umher. Offiziell lautet die Rechtfertigung, man wolle Menschen vor eventuell abstürzenden Satellitenteilen und dem giftigem Treibstoff Hydrazin schützen. Kritiker aber sehen in dem 40 Millionen Dollar teuren Abschuss eher die Absicht zu testen, ob das im Aufbau befindliche Raketenabwehrsystem NMD (National Missile Defense – Nationale Raketenabwehr) zum Abschuss von Satelliten fähig ist.

»Unabhängig von der Begründung«, mei...


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