• Kultur
  • Preis der Leipziger Buchmesse

Einatmen ohne auszuatmen

Heute wird der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen: Kandidatin ist auch Irina Liebmann – mit der Biographie über Rudolf Herrnstadt

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 8.5 Min.

Sein Porträt hängt neben der Tür zum Ressort Feuilleton. Den gesamten Gang entlang: Fotos aus der Historie dieser Zeitung. Wie nur erzählt man die Geschichte einer Zeitung? Zumal von »Neues Deutschland«. In DDR-Zeiten: die Geschichte einer Verfestigung und Entleibung, einer andauernden Blutentnahme bis zu Vertrocknung und völliger innerer Leere.

So war es. Aber wie kam es? Gefordert wäre zur Klärung dieser Frage eine Geschichtsschreibung mit literarischer Eingebung, mit Sinn also für Anfänge, für unmerklich sich entfaltende und ungeduldig zum Konflikt treibende Gegensätze, für Steigerungen, Unausweichlichkeiten. Und Sinn wäre vonnöten auch für die Verzögerungen, in denen die Dinge den Atem anzuhalten scheinen, ehe sie doch aufeinanderprallen. Erforderlich am Ende: Sinn für umsichtig gesetzte, das Nachdenken anstoßende Schlüsse. Geschichte ohne Sinn für Literatur tendiert zum Totsein ihres Gegenstandes. Diese Geschichte des ND ist noch ...


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