Ein verhängnisvoller Fehltritt

Der Deutsche Karl Tisken geriet in die Mühlen der USA-Migrationsbehörde

  • Von Gerold Schmidt, Mexiko-Stadt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Weil er im wahrsten Wortsinne den Fuß auf die falsche Stelle setzte, befindet sich ein deutscher Staatsbürger seit nunmehr zwei Wochen in der texanischen Grenzstadt El Paso in Abschiebehaft.

Mit viel Glück wird der 46-jährige Karl Tisken aus Berlin innerhalb relativ kurzer Zeit abgeschoben oder bekommt eine Ausreisegenehmigung. Möglicherweise zieht sich das Verfahren aber über Monate hin. Diese Unsicherheit und die den Beschreibungen nach menschenunwürdigen Haftbedingungen »zermürben« Tisken nach Angaben seiner Lebensgefährtin Dagmar Seybold. Seybold, die in Mexiko im Rahmen eines offiziellen deutsch-mexikanischen Austauschprogrammes arbeitet, war mit Tisken in der zweiten Märzhälfte in die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juárez gereist. Beide wollten dort Freunde und Organisationen besuchen.

Die Umstände von Tiskens Verhaftung durch die US-Borderpatrol können nicht anders als tragisch genannt werden. So befand er sich am 27. März offenbar alleine auf einem Stadtspaziergang. Als Tisken das ausgetrocknete Flussbett des Río Bravo erreichte, geriet er seiner Schilderung Seybold gegenüber unwissentlich auf USA-Gebiet. Der Grenzz...


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