Das Selbstbewusstsein der Gewaltfreien

Machen Massenblockaden aus Postautonomen Prägewaltfreie? Das zumindest hofft der Anti-Atom-Aktivist Jochen Stay

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Seit den Erfahrungen von Heiligendamm haben viele Linke Feuer gefangen für Aktionen zivilen Ungehorsams. Die Gewaltfreienbewegung sieht schon viele kleine Ghandis nachwachsen. Die radikale Linke bezweifelt das.

Blockieren ist in. Fast jeden Monat besetzen linke Aktivisten derzeit irgendetwas, um auf ein politisches Übel aufmerksam zu machen: Im Mai das Kundenzentrum eines Kraftwerksbetreibers, im Juni ein Genfeld bei Würzburg, vergangenes Wochenende das Bundeswehrgelände in der Kyritz-Ruppiner Heide. Und auch in den nächsten Monaten wird es so weitergehen. Aktionen zivilen Ungehorsams gehören zum Programm des Klimacamps genauso wie zum antirassistischen Camp und zum Protest gegen Atomwaffen in Büchel. Im November steht schließlich der nächste Castor-Transport nach Gorleben an, was für Atomkraftgegner seit Jahren gleichbedeutend ist mit rauf auf die Straße und sitzen bleiben.

Massenhafter ziviler Ungehorsam war viele Jahre lang eine Domäne des gewaltfreien Spektrums um die Anti-Atom-Bewegung. Sie baute auf Erfahrungen der Friedensbewegung auf, an deren Blockaden sich in den 80er Jahren tausende Menschen beteiligt hatten. Kern des Konzepts sind...


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